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Fünf Erkenntnisse auf dem Weg zur echten Führungskraft - Heute: Klar kommunizieren

1. Klarheit ist kein Talent, sondern eine Lernkurve

Im letzten Beitrag habe ich hier mit Platz 5 und 4 begonnen: delegieren und loslassen können und akzeptieren, dass man nicht alles beeinflussen kann. Beides sind klassische Lernfelder für Menschen, die zum ersten Mal führen.

Platz 3 ist eng damit verbunden und mindestens genauso herausfordernd: klar zu kommunizieren.

Fast alle Führungskräfte sagen mir im Rückblick: „Ich dachte, ich wäre klar. War ich aber nicht.“

2. Viel reden ist nicht das gleiche, wie klar zu sein

Gerade neue Führungskräfte kommunizieren oft viel. Sie erklären, begründen, relativieren, holen ab, wollen niemanden überfahren. Die Absicht ist gut, aber die Wirkung häufig das Gegenteil.

Unklare Kommunikation entsteht selten aus mangelndem Engagement, sondern aus zu viel Rücksicht:

  • Man will niemanden verletzen
  • Man möchte Spielräume offenlassen
  • Man hofft, dass sich Dinge „von selbst“ klären

Das Ergebnis ist oft Verwirrung. Teams wissen nicht, was wirklich erwartet wird. Prioritäten bleiben diffus. Entscheidungen fühlen sich reversibel an, auch wenn sie es nicht sind.

3. Klarheit heißt nicht Härte

Ein Missverständnis höre ich immer wieder: Klar kommunizieren bedeute, hart, dominant oder kompromisslos aufzutreten. Man möchte stattdessen eine moderne Führungskraft sein, die nicht alles vorgibt, sondern Raum für das Team gibt. Daher erscheint es passender, offener und weicher zu formulieren, um bessere Ergebnisse und eine angenehmere Atmosphäre zu erzielen. Das Gegenteil ist der Fall.

Klarheit heißt:

  • Ich sage, was entschieden ist
  • Ich sage, warum
  • Und ich sage, was das konkret bedeutet

Ohne Nebel. Ohne Hintertüren. Ohne den Versuch, es allen recht zu machen. Gleichzeitig zeige ich auf, wo Spielräume in der Umsetzung sind, wo die Kreativität des Teams gebraucht wird und was es noch gemeinsam zu erarbeiten gilt.

Viele Führungskräfte lernen erst mit der Zeit, dass Klarheit entlastet - nicht nur sie selbst, sondern vor allem das Team.

4. Warum Klarheit so schwerfällt

Klar zu kommunizieren bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. Wer klar ist, kann sich nicht mehr hinter Missverständnissen verstecken. Entscheidungen werden sichtbar. Und damit auch angreifbar.

Deshalb ist Klarheit oft der Punkt, an dem Führung persönlich wird: Man zeigt Haltung. Man positioniert sich. Man steht für etwas.

Das braucht Mut und Übung.

5. Mein Impuls

Wo in deinem Führungsalltag bist du eher vermeintlich rücksichtsvoll als klar? Welche Botschaft hoffst du, dass sie andere „schon richtig verstehen“? Und was würde passieren, wenn du sie einmal ruhig, eindeutig und ohne Relativierung aussprichst?

Denn Klarheit ist kein Zeichen von Dominanz. Sie ist ein Zeichen von Respekt - gegenüber sich selbst und gegenüber anderen.

Über den Autor

Dr. Sebastian Tschentscher findet mit seiner Executive Search Boutique „Digital Minds“ die besten digitalen Köpfe für Ihr Unternehmen.

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