1. Ein kurzer Blick nach vorn
Zunächst einmal: Frohes neues Jahr an alle, die The Executive Briefing lesen und vielen Dank für das Vertrauen, das Interesse und die vielen Rückmeldungen.
2026 startet und mit dem neuen Jahr wieder die Zeit der guten Vorsätze.
2. Warum große Vorsätze selten funktionieren
Ich war noch nie ein großer Freund von Neujahrsvorsätzen. Nicht, weil ich Veränderungen ablehne - im Gegenteil. Sondern weil ich selten erlebt habe, dass tiefgreifende Veränderungen an einem bestimmten Datum bzw. mit einem großen Tamtam zum Auftakt wirklich gelingen.
Mich erinnert das stark an große Transformationsprojekte in Konzernen: Ambitionierte Ziele, hohe Erwartungen, große Programme, ein Riesen-Kick-Off. Und dann? Die Realität holt ein. Menschen ziehen nicht mit, Annahmen erweisen sich als falsch, unerwartete Hürden tauchen auf. Irgendwann fehlt die Energie und das Projekt versandet. Nicht aus bösem Willen, sondern weil es überladen war und überfordert hat.
Viele Neujahrsvorsätze scheitern aus genau denselben Gründen.
3. Was nachhaltige Veränderung wirklich braucht
Aus meiner beruflichen wie privaten Erfahrung braucht Veränderung drei Dinge:
Erstens: einen guten Grund. „Ich sollte Spanisch lernen“ reicht genauso wenig wie „wir müssen effizienter werden“. Es braucht ein klares Warum. Ein Zielbild, das trägt. Etwas, das sich auch dann noch richtig anfühlt, wenn es unbequem wird.
Zweitens: echte Anreize. Ich treibe regelmäßig Sport, nicht aus Disziplin, sondern weil ich mir eine Sportart gesucht habe, die mir wirklich Spaß macht. Auf Alkohol zu verzichten, fiel mir leichter, seit ich abends andere Rituale habe, die mir gut tun. Auch im Unternehmen gilt: Veränderung funktioniert nur, wenn die Frage beantwortet ist: What’s in it for me?
Drittens: kleine Schritte statt großer Versprechen. Atomic Habits schlagen große Vorsätze. Kleine Verhaltensänderungen, konsequent umgesetzt, wirken langfristig stärker als ambitionierte Ziele, die man sechs Wochen durchhält und dann wieder aufgibt.
4. Veränderung ist kein Jahresvorsatz, sondern ein Prozess
Nachhaltige Entwicklung beginnt nicht am 1. Januar. Sie beginnt an dem Tag, an dem man ehrlich hinschaut: Was will ich wirklich verändern? Warum lohnt sich das für mich? Und was ist der kleinste nächste Schritt?
Alles andere ist oft gut gemeint, aber selten wirksam.
5. Mein Impuls
Vielleicht geht es in diesem Jahr weniger darum, sich etwas vorzunehmen und mehr darum, bewusst anzufangen. Nicht alles. Nicht sofort. Sondern richtig.
Denn echte Veränderung braucht keinen Jahreswechsel. Sie braucht Klarheit, Anreize und Ausdauer im Kleinen.