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Weniger erzählen, mehr erleben

1. Wo intensive Beziehungen entstehen

Viele der engsten Freundschaften entstehen in der Schulzeit, im Studium oder am Arbeitsplatz. Das ist kein Zufall. In diesen Phasen und an diesen Orten verbringt man viel Zeit miteinander. Man arbeitet gemeinsam an etwas, erlebt Situationen zusammen, ist Teil des Alltags des anderen. Beziehungen entstehen dort nicht nur durch Gespräche über das Leben, sondern durch gemeinsames Erleben.


2. Was sich später verändert

In späteren Lebensphasen sieht es - außerhalb der Arbeit - oft anders aus: Man trifft sich zum Lunch, auf einen Kaffee oder zum Abendessen. Zwei, drei Stunden. Man erzählt sich, was in den letzten Wochen passiert ist. Beruf, Familie, Pläne. Im Grunde updatet man sich gegenseitig; bringt sich auf den neuesten Stand. Das ist angenehm und oft anregend. Aber es ist etwas anderes: Man spricht über das Leben, erlebt es aber nicht gemeinsam.


3. Eine einfache Beobachtung

Das ist mir vor Kurzem wieder sehr bewusst geworden: Ich war mehrere Tage bei verschiedenen Freunden zu Besuch, mit Übernachtungen. Kein klassisches Treffen, sondern Zeit im Alltag. Gemeinsames Frühstück, spontane Gespräche, gegenseitige Unterstützung bei Erledigungen; Dinge, die sich einfach ergeben. Und es hat sich sofort anders angefühlt: Näher. Selbstverständlicher. Verbindlicher.

In kurzer Zeit ist eine Tiefe entstanden, die man mit vielen einzelnen Treffen von zwei oder drei Stunden so nicht erreicht.


4. Parallele zur Arbeit

Ähnliches erlebe ich auch im beruflichen Kontext. Als Selbstständiger mit einem Remote-Team fehlt oft genau das: gemeinsam in demselben Raum an etwas zu arbeiten, die Energie der anderen zu spüren, Stimmungen wahrzunehmen.

Auch hier entstehen die stärksten Verbindungen nicht in Calls, sondern genau in dieser gemeinsamen "physischen" Zeit.

So sehr ich die gewonnene Selbstbestimmung und Freiheit seit der Gründung meiner Executive-Search-Boutique schätze, die engen und intensiven Beziehungen zu Kollegen, die man täglich im Büro um sich hat, vermisse ich. Für alle, die das auch nach der Corona-Zeit haben: Seid dankbar dafür.


5. Was man daraus machen kann

Die Erkenntnis ist eigentlich simpel: Beziehungen entstehen nicht primär durch Austausch von Informationen, sondern durch gemeinsames Erleben. Umso wichtiger ist es, Gelegenheiten dafür bewusst zu schaffen.

Im Beruf, wenn sich Möglichkeiten ergeben. Und im Privaten vielleicht mit einer kleinen Verschiebung der Frage: Nicht mehr nur: Wann sehen wir uns mal wieder? Sondern: Wann unternehmen wir einmal wieder gemeinsam etwas?


6. Mein Impuls

Mit wem würdest du gerne mehr Zeit verbringen; nicht im Gespräch, sondern im Erleben?

Und wann hast du das letzte Mal etwas gemeinsam gemacht, statt nur darüber zu sprechen?

Denn Nähe entsteht selten dadurch, dass man sich gegenseitig vom Leben erzählt.

Sondern dadurch, dass man es ein Stück weit miteinander lebt.

Über den Autor

Dr. Sebastian Tschentscher findet mit seiner Executive Search Boutique „Digital Minds“ die besten digitalen Köpfe für Ihr Unternehmen.

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